Silvester-Wohnmobildinner im Emmental

Freitag, 31. Dezember 2021. Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Keine Angst, es folgt nun kein zermürbender, Corona lastiger Jahresrückblick mit astronomischen Fallzahlen, bei dem der eine oder andere womöglich noch sein Taschentuch aus dem Hosensack kramen muss, oh nein. Denn uns ist heute nach einer Silvesterfeier zumute. Kein gröhlendes sich-die-Kante-geben, aber nein, wo denkt ihr hin! Keinesfalls! Unser Ziel ist das Emmental, der seriöse Landgasthof Adler in Bärau. Der Gastgeber Stephan Uebelhart bietet gerade noch einen freien Stellplatz für sein mehrgängiges Wohnmobil-Silvesterdinner an, und dies zu einem sehr günstigen Preis. Da muss man doch hin, oder nicht? Kommt ihr mit? Lust, mit uns auf das Neue Jahr anzustossen? Na, dann los! Cabin Crew, ready for close the doors!

Unsere Reiseflughöhe (alle vier Reifen mit Bodenkontakt) ist bald erreicht, und das Autopiloten-Navi lotst uns auf die Flugstrasse (Autobahn) Richtung Bern. Es herrschen frühlingshafte Temperaturen, und ich fühle mich in meinem kurzärmligen Polohemd pudelwohl. Noch…

Bärau, ein urchiges Dorf im typischen Emmentaler Stil, gefällt auf Anhieb. Der besagte Landgasthof ist schnell gefunden, und so manövriere ich Zwirbel durch die sauenge Einfahrt und zwischen tiefhängenden Dachvorsprüngen hindurch auf den Hinterhof des Adlers. Wir staunen nicht schlecht, als wir den Platz fast voll vorfinden, vier stattliche Wohmis haben sich bereits einquartiert, ausnivelliert und teilweise blickdicht installiert, sodass man sich nach gebodigtem Fünfgänger und Vernichtung der diversen Alkoholikas nur noch ins Bett fallen lassen kann.

Der Chef persönlich weist uns auf unseren Stellplatz ein und zeigt uns in der heimeligen Gaststube unseren Tisch. Ja, es gibt eine Programmänderung, wir werden drinnen essen, nicht im Wohnmobil. Uns pässelt die lauschige Nische hinten im Eck, und so kommt es, dass wir uns nach einem kurzen Smalltalk mit dem Adler-Team bereits heimisch und sehr wohl fühlen. Nicht nur wir, auch Arico, denn der wird bereits mit einem ersten Apero verwöhnt, einem Napf mit Wasser (stilles Wasser, kein Feuerwasser, bleifrei natürlich) und einer Handvoll Leckerlis.

Noch bleibt Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang mit Arico, und so wollen wir los Richtung Dorfbach, der Ilfis. Aber, wo ist jetzt die Sonne plötzlich hin? Hallo? Wo sind die 14 Grad Celsius geblieben, die vor einer Stunde noch präsent waren? Und woher kommt plötzlich die Gefrierfachtemperatur?

„Schatz, gisch mer de Pulli use und di warm Jagge, bitte?“ – „Weli Jagge? Wele Pulli? Du hesch nix iipackt!“ – Waaaas…“ – „Jo, hesch nur s,churze Hömmli, es Gilet und dini Rägejagge, ich ha der’s doch no gseit, sellsch öppis warms iipacke!“ – „Esch wohr…jänu…“

Arico geniesst den Spaziergang in vollen Zügen und findet immer wieder Neues zum erschnüffeln. Susanne gefällt es an der idyllischen Ilfis, und ich, ja, ich friere ein wenig. Also, ziemlich fest eigentlich. Den Grund kennt ihr ja.

Halb Sieben am Abend, die Party beginnt! Covidgerecht wird überprüft und gescannt, bevor wir sechzehn Dinierenden an unsere Tische geführt werden. Die Stimmung ist locker, gelöst und fröhlich, und bereits beim offerierten Kyr Royal ergeben sich erste Tisch-zu-Tisch Gespräche. Arico hat einen Kumpel gefunden, Fin, eine liebevolle Strassenmischung unserer Camper Nachbarn. Und so tauchen wir ein in ein weiteres Abenteuer, das wir dank unserem Camper Zwirbel erleben dürfen. Die fünf Gänge, die in den nächsten Stunden serviert werden, sind ein Gedicht, die angebotenen Weine dazu zeugen von einem mit Herzblut geführten Weinkeller. Wir geniessen und schlemmen bis kurz vor Mitternacht, ich lasse nun einfach ein paar Bilder sprechen.

Mitternacht. Gastgeber Stephan und sein Team lassen Korken knallen, und plötzlich haben alle ein Glas erlesenen Sekt in der Hand. Prosit Neujahr! Unterdessen stehen alle, inklusive Fin und Arico, die sich sichtlich fragen, was denn das ganze Geklirre mit all diesen Gläsern soll. Offenbar verstehen Hunde das Anstossen nicht.

Es ist spät, oder besser gesagt früh, als man sich verabschiedet und in die unterdessen leicht angefrorenen Wohnmobile zum wohlverdienten Neujahrsschlaf aufmacht. Es war ein gemütlicher Abend, und inmitten der Kulinarik entstanden zwischen den Gängen immer wieder wertvolle Gespräche und regen Austausch von Campergeschichten. Ein herzliches Dankeschön an Stephan, Alexandra und dem ganzen Team für diesen gelungenen Abend! Gute Nacht und ein Gutes Neues Jahr allerseits!

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